Elektronische Patientenakte: Ärzte sollen Teil des Netzwerkes werden

Patienten wollen einfach, sicher und schnell auf ihre Behandlungsdaten zugreifen können. Dafür wird die elektronische Patientenakte (ePA) als zentrales Element der vernetzten Gesundheitsversorgung Alltag werden. Das TSVG verpflichtet die Krankenkassen, ihren Versicherten bis spätestens 2021 solche Akten anzubieten. Patienten, die dies wünschen, sollen dann auch ohne den Einsatz der elektronischen Gesundheitskarte mobil mit Smartphone oder Tablet auf medizinische Daten (z.B. Befunde, Diagnosen, Therapien, Behandlungsberichte, Impfungen) ihrer ePA zugreifen können.

Mit der Einführung der ePA hat das TSVG somit einen weiteren Schritt in Richtung Digitalisierung unternommen. Damit Patienten dieses digitale Angebot möglichst bald flächendeckend nutzen können, wird das Bundesministerium für Gesundheit schon bald erneut aufs Tempo drücken: Mit dem sogenannten Digitale¬Versorgung­Gesetz (DVG) soll ein weiterer Baustein für die Beschleunigung der Digitalisierung geschaffen werden, der auch die Ärzte zur Nutzung der ePA verpflichtet.

Nach dem Referentenentwurf erhalten Patienten ab dem 1. Januar 2021 einen Anspruch auf Speicherung ihrer medizinischen Daten in der ePA. Die an der vertragsärztlichen Versorgung teilnehmenden Leistungserbringer sollen dazu verpflichtet werden, die Patienten über diesen Anspruch zu informieren, diese bei Anlage und Verwaltung der ePA zu unterstützen und die Daten auf Wunsch des Patienten in die ePA einzustellen. Gegenüber den KVen wird nachzuweisen sein, dass die erforderlichen Komponenten und Dienste für den Zugriff auf die ePA zur Verfügung stehen. Wird der Nachweis nicht bis zum 30. Juni 2021 erbracht, ist eine Kürzung der Vergütung vertragsärztlicher Leistungen pauschal um 1 % so lange vorgesehen, bis der Nachweis erbracht ist.

So sollen Ärzte künftig immer mehr Teil des digitalen Netzwerkes werden. Mit Einführung der ePA ist ein zusätzlicher organisatorischer und zeitlicher Aufwand zu erwarten. Die Befürworter verweisen jedoch auf den angestrebten Mehrwert einer ePA: Durch eine effizientere Kommunikation der Ärzte untereinander gewinnen diese einen besseren und objektiveren Überblick über die Krankheits­ und Behandlungshistorie des Patienten, können vorherige oder parallele Behandlungen besser nachvollziehen und in ihre aktuelle Behandlung einfließen lassen.


CHARLOTTE RIESE