MVZ: »Danke, geht gut.«

Der Gesetzgeber bleibt den MVZ gewogen. Abseits der Debatte um Investorenbeteiligungen hat sich einiges getan. Immer schon sinnvoll, aber bisher rechtlich umstritten: Praxisabgeber verzichten auf ihre Zulassung, um sich anstellen zu lassen – wollen aber nicht ins MVZ ziehen, sondern am eigenen Praxisstandort bleiben; und das MVZ gründet dort eine Zweigpraxis. Das Gesetz erlaubt das nun ausdrücklich – spannend bleibt, ob die Berliner und Brandenburger Zulassungsgremien es umsetzen.

Endlich ist es möglich, dass Ärzte oder Psychotherapeuten, die als Angestellte im MVZ anfangen, Anteile an der MVZ­Gesellschaft von den Gründern erwerben und dadurch (Mit­)Unternehmer werden. Das ermöglicht eine strategische Entwicklung über Ärztegenerationen hinweg.

Bei der Auswahl im Nachbesetzungsverfahren und bei der Frage, ob ein Arzt sitz ins MVZ verlagert werden darf, hat der Zulassungsausschuss nun die »Ergänzung des besonderen Versorgungsangebots« durch den Arzt zu berücksichtigen. Eine auch juristisch überzeugende Ausarbeitung des medizinischen Konzepts wird jetzt also wichtiger.

Last but not least: Bei der Nachbesetzung bleiben Angestelltensitze gegenüber Zulassungen privilegiert – es gibt keine Versorgungsprüfung und damit auch kein Risiko eines Sitzaufkaufs durch die KV.

Erfreulich ist, dass die Idee, bei jeder Nachbesetzung einer Arztstelle eine Prüfung durchzuführen, wieder verworfen wurde. Aufwand und Risiken wären sonst immens gestiegen.

MVZ sind attraktiver denn je. Lassen Sie uns gemeinsam feststellen, ob das auch etwas für Sie ist.


DR. THOMAS WILLASCHEK