7 Tipps für Niederlassungswillige

1. Basics nicht vergessen! Denken Sie daran, sich nach Ihrer Approbation sofort ins Arztregister und die Warteliste eintragen zu lassen.

Die Dauer der Eintragung hat – neben anderen Faktoren – Einfluss auf Ihre Chancen, im Nachbesetzungsverfahren eine Zulassung zu erhalten.


2. Frühzeitiger Kontakt
Ihre Chancen, als Vertragsarzt zugelassenzu werden, können Sie erheblich beeinflussen, indem Sie frühzeitig ein Konzept mit dem Praxisabgeber entwickeln. Verhalten Sie sich entsprechend und suchen Sie z.B. durch eine Anzeige im KV-Blatt proaktiv nach potentiellen Praxisabgebern, statt nur die aktuellen Ausschreibungen zu durchforsten.


3. Lieber Charlottenburg als Marzahn?
In welchem Verwaltungsbezirk Sie Ihre Niederlassung planen, sollten Sie sich gut überlegen. Ihre Wahl kann bei Nachbesetzungsverfahren, in denen die Praxis in einem geringer versorgten Bezirk fortgeführt werden soll, Ihre Chancen auf die Zulassung maßgeblich beeinflussen. Es gilt: Je geringer Ihr Zielbezirk versorgt ist, desto besser ist Ihre Perspektive. Informieren Sie sich daher über den jeweiligen Versorgungsgrad Ihrer Arztgruppe!


4. Jobsharing
Mit dem sog. Jobsharing können Sie einen „Fuß in die Tür“ der vertragsärztlichen Versorgung bekommen: Sie teilen sich hierbei entweder als Angestellter oder als Partner in einer Berufsausübungsgemeinschaft (BAG) den Versorgungsauftrag mit einem bereits niedergelassenen Arzt. Wenn dieser seinen Sitz ausschreiben lassen möchte, ist Ihre Auswahlwahrscheinlichkeit jedenfalls nach funfjährigem Jobsharing außerordentlich hoch. Daher gilt: Fangen Sie rechtzeitig an!


5. Die Alternative für Geduldige
Der Versuch, im Wege des Nachbesetzungsverfahrens eine Zulassung zu erhalten, kann unsicher sein – nicht zuletzt aufgrund der Mitbewerber, mit denen Sie konkurrieren. Eine mögliche Alternative hierzu bietet das Jobsharing in der Variante einer BAG. Denn: Das Gesetz sieht vor, dass Ihre Zulassung nach 10-jährigem Jobsharing unbeschränkt gilt, d.h. Sie erhalten dann eine „eigene Zulassung“. Damit Sie und Ihr BAG-Partner diese Zeit auch gemeinsam durchhalten, sollte ein durchdachter Gesellschaftsvertrag das Herzstück Ihrer Planung sein. Hier können Sie zum Beispiel Anreize für den Fall vereinbaren, dass Ihre BAG fünf Jahre oder länger hält.


6. Win Win
Auch für Praxisabgeber kann ein Jobsharing von Vorteil sein. Soll eine Praxis abgeben werden, entscheidet der Zulassungsausschuss zunächst, ob das Nachbesetzungsverfahren überhaupt durchgeführt wird. Liegt die Praxis in einem überversorgten Bezirk, kann „die Reise“ schon hier zu Ende sein, mit der Folge, dass der Praxisabgeber ggf. nur Anspruch auf eine „Entschädigung in Höhe des Verkehrswertes“ seiner Praxis hat. Dies vermeidet er zum Beispiel, indem er mit Ihnen zuvor drei Jahre im Jobsharing tätig ist. Dann nämlich muss der Zulassungsausschuss der Durchführung des Nachbesetzungsverfahren zustimmen. Informieren Sie den potentiellen Praxisabgeber über diesen und andere Vorteile!


7. Keine Doppelvertretung
Praxisabgeber und Übernehmer mögen in vielerlei Hinsicht die gleichen Interessen haben. Das kann sich allerdings schnell ändern, wenn es um Vertragsdetails geht. Daher ist es einem Anwalt aus gutem Grund untersagt, Parteien mit widerstreitenden Interessen zu vertreten. Deshalb: Suchen Sie sich von Anfang an einen Anwalt, der nur Ihre Interessen vertritt.


Anne Marie Norrenbrock