PRAXIS(R)EVOLUTION: Von der Einzelpraxis zum MVZ

Der Trend ist unaufhaltsam — mittlerweile dürfte es deutschlandweit über 2.500 Medizinische Versorgungszentren geben.

Das hat gute Gründe, zuallererst mehr Flexibilität für die Inhaber: Sie können die eigene Sprechstundenzeit reduzieren bei gleichzeitig optimaler Auslastung der vorhandenen Versorgungsaufträge. Und auch für den, der seinen Praxisstandort an einen bereits zugelassenen Kollegen abgeben möchte, kann das MVZ die optimale Lösung sein.

Wer seine Einzelpraxis strategisch ausbauen möchte, dem hilft das Gesetz, das nun auch fachgleiche MVZ ermöglicht. Als zugelassener Vertragsarzt besitzt der Praxisinhaber die erforderliche Gründer- und Betreibereigenschaft und behält diese auch dann, wenn er auf seine Zulassung verzichtet und im eigenen MVZ arbeitet. Für die Gründung benötigt werden zwei Ärzte bzw. Psychotherapeuten mit jeweils mindestens hälftigem Versorgungsauftrag. Eine Einzelpraxis mit einer vollen, ungeteilten Zulassung kann so nicht direkt in ein MVZ umgewandelt werden. Es bedarf eines zulassungsrechtlichen Zwischenschritts, um die Voraussetzungen für die MVZ-Gründung zu schaffen. Welche Schritte im Einzelnen erforderlich sind, muss individuell geplant werden. Cave: Entgegen einiger Beratungsansätze ist der Weg über den Verzicht auf die hälftige Zulassung, deren Ausschreibung und die eigene Bewerbung mit Angestelltem im Nachbesetzungsverfahren nicht ganz risikolos.

Ein MVZ muss in Form einer Gesellschaft gegründet werden; deren Gesellschafter sind MVZ-Inhaber. Wer Alleininhaber bleiben möchte, für den kommt ein MVZ nur in Form einer GmbH in Betracht. Deren spezifisch auf den Betrieb eines MVZ auszurichtende Satzung wird beim Notar beurkundet und die GmbH wird ins Handelsregister eingetragen. Schon ab dem Notartermin können Anträge beim Zulassungsausschuss gestellt werden.

Je nach Situation der Praxis kann die MVZ-Gründung in drei bis vier Monaten bewältigt werden oder deutlich länger dauern. Gründungen zum Jahreswechsel bieten sich oft aus steuerlichen Gründen an. Machen Sie „Revolution“?

Dr. Thomas Willaschek